Willkommen beim UNESCO-Weltnaturerbe Tektonikarena Sardona 
 
 
Abbildung: Die Tschingelhörner mit dem Martinsloch

Die Tektonikarena Sardona im Kerngebiet des Geoparks Sardona zwischen Elm, Schwanden, Kerenzerberg, Flums, Bad Ragaz und Flims wurde am 8. Juli 2008 aufgrund seiner geologischen Besonderheiten als weltweit einzigartig ausgezeichnet. Sie wurde als Weltnaturerbe in die Liste der UNESCO-Welterbe aufgenommen. Der Geopark Sardona hat seit 1999 die entsprechenden Aufbauarbeiten geleistet. Die 19 beteiligten Gemeinden und die Kantone St. Gallen, Glarus und Graubünden bereiteten die Aufnahme der Tektonikarena Sardona in die Welterbeliste zusammen mit dem BUWAL/BAFU zuhanden des Bundesrates und der UNESCO vor. 

Das zentrale Element der Tektonikarena Sardona ist die Glarner Hauptüberschiebung. Diese ist als messerscharfe, leicht zurückwitternde, gelbliche Kerbe in den Felswänden aus grosser Entfernung erkennbar. Die Überschiebungsfläche der Glarner Hauptüberschiebung steigt vom Vorderrheintal bis auf über 3000 Meter ü. M. und taucht nördlich der Kulmination im Gebiet Hausstock-Sardona-Ringelspitz zunächst flach, danach immer steiler nach Norden ab.

An der Glarner Hauptüberschiebung wurden mehr als 250 Millionen Jahre alte grünliche bis rötliche Verrucanogesteine auf 35 bis 50 Millionen Jahre alte bräunlichgraue, meist schieferige Flyschgesteine geschoben. Somit liegen alte Gesteine auf fast 200 Millionen Jahre jüngeren! Die Anerkennung dieses Faktums und dessen Erklärung beschäftigte die Erdwissenschafter über Jahrzehnte. Erst nach intensiver Forschung - oft begleitet von heftigen Streitereien - wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts die These einer riesigen Überschiebung akzeptiert: Ein 10 bis 15 Kilometer dickes Gesteinspaket wurde im Vorderrheintal ausgequetscht und entlang der Glarner Hauptüberschiebung mindestens 35 Kilometer nordwärts geschoben.

Drei Hauptgründe der Aufnahme der Tektonikarena Sardona in die Welterbeliste der UNESCO:
- deutliche Sichtbarkeit der Phänomene der Gebirgsbildung in einer Berglandschaft
- Geschichte der Stätte als Forschungsobjekt
- Anhaltende Bedeutung für die Geologie

Neben der Glarner Hauptüberschiebung bietet das Gebiet des UNESCO-Weltnaturerbes viele weitere Besonderheiten: unberührte Landschaften, eine reichhaltige alpine Pflanzen- und Tierwelt, die älteste wiederangesiedelte Steinbockkolonie der Schweiz, Hochmoore und Schwemmebenen von nationaler Bedeutung und eine ungewöhnlich hohe Dichte von Geotopen. Geotope sind schützenswerte Zeugen der Erdgeschichte wie die Lochsite, die Tschingelhoren mit dem Martinsloch, das Kupferbergwerk auf der Mürtschenalp, die von eiszeitlichen Gletschern geprägten Landschaften im hinteren Murgtal oder die Segnesböden.

   
 
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